MethA-Pur: Flexbio ebnet den Weg für dezentrale Biomethan-Produktion

Projektstart 2025

Biomethan neu gedacht – Flexbio setzt Maßstäbe für die dezentrale Energiewende

Die Energiebranche steht vor einer grundlegenden Transformation: Fossile Energieträger müssen ersetzt, erneuerbare Quellen effizient genutzt und Kohlenstoffkreisläufe geschlossen werden. Flexbio Technologie nimmt sich dieser Herausforderung an und entwickelt mit MethA-Pur eine Lösung, die den Markt für Biomethan revolutionieren kann. Im Zentrum steht ein Produkt, das speziell für kleine und mittelgroße Biogasanlagen konzipiert wurde – ein Bereich, der bislang von etablierten Technologien kaum erreicht wird.

Die Innovation: ein kompaktes, mobiles Aufbereitungssystem für Biogas

MethA-Pur ist mehr als ein technisch cleveres Upgrade – es ist ein völlig neues Aufbereitungskonzept. Kern des Projekts ist die Entwicklung und Praxiserprobung einer mobilen Pilotanlage im Containermaßstab, die Rohbiogas effizient in Biomethan (Erdgasqualität) verwandelt. Der entscheidende Fortschritt: Das Verfahren arbeitet drucklos, benötigt keine kontinuierlichen Chemikalien und erzielt dennoch über 95 % Methanreinheit. Typische Schwachstellen bestehender Systeme – hoher Energiebedarf, komplexe Infrastruktur, unprofitabler Einsatz bei kleinen Gasvolumen – werden gezielt eliminiert.

Während konventionelle Membran- oder PSA-Verfahren Biogas auf 10–20 bar verdichten müssen, um CO₂ abzutrennen, nutzt MethA-Pur einen regenerativen Kreislauf der Betriebsmittel. Dadurch sinkt der Energiebedarf auf nur etwa ein Drittel der marktüblichen Lösungen. Zudem liegt der Methanschlupf deutlich unter 1 %, sodass der Energieträger nahezu vollständig nutzbar bleibt. Dieses Prinzip ist bislang einzigartig und macht Biomethan erstmals auch bei kleinen Anlagengrößen wirtschaftlich attraktiv.

Ein Produkt für eine ganze Branche – und für die Zukunft

Deutschland verfügt über 10.000 Biogasanlagen – aber nur etwa 250 davon nutzen Biomethan-Aufbereitung. Das bedeutet: tausende Anlagen könnten klimaneutrales Gas bereitstellen, tun es aber nicht, weil bisherige Technologien zu teuer, zu energieintensiv oder zu komplex sind. MethA-Pur schließt diese Lücke. Wer heute Biogas nur in Blockheizkraftwerken verstromt, kann künftig hochwertiges Biomethan produzieren, in das Netz einspeisen oder als Kraftstoff nutzen.

Der Mehrwert des Produkts geht weit über die reine Abscheidung hinaus: Die gesamte Anlage ist plug-and-play, mobil, containerisiert und kann ohne aufwendige Bauarbeiten implementiert werden. Sie eignet sich für landwirtschaftliche Betriebe, kommunale Kläranlagen, Abfallvergärung oder dezentrale Industriebetriebe – überall dort, wo Biogas entsteht, aber bisher ungenutzt bleibt.

Klimabedeutung: Biomethan als Schlüssel zur Dekarbonisierung

Biogas ist ein Schatz, der bereits vorhanden ist – MethA-Pur macht ihn klimawirksam nutzbar. Jede aufbereitete Normkubikmeter Biomethan ersetzt eine entsprechende Menge fossiles Erdgas. Der Effekt ist zweifach: Direkte CO₂-Einsparung durch Substitution fossil erzeugter Energie.

Durch die drastische Reduktion des Energieverbrauchs in der Aufbereitung sinken zusätzlich die indirekten Emissionen. Gerade in strukturschwachen Regionen und im ländlichen Raum entstehen so lokale Wertschöpfungsketten aus eigener regenerativer Energie – statt fossiler Importabhängigkeit.

Wirtschaftspotenzial und Markteinführung

Mit MethA-Pur baut Flexbio sein Produktportfolio strategisch aus. Nach Jahren erfolgreicher Biogastechnologie stellt dieses Projekt die nächste Entwicklungsstufe dar: schlüsselfertige Biomethan-Systeme für kleine Anlagenbetreiber. Die Markteinführung nach Projektabschluss schafft nicht nur ein neues Geschäftsfeld, sondern generiert neue Arbeitsplätze und Wachstumschancen. Gleichzeitig entsteht ein Referenzsystem, das international skalierbar ist – zunächst in Deutschland, dann in Europa und global.

MethA-Pur verbindet Innovation, Klimarelevanz und Praxistauglichkeit. Es erschließt ungenutzte Biogaspotenziale, reduziert Emissionen und stärkt regionale Energiekreisläufe. Die Technologie macht Biomethan erstmals in kleinerem Maßstab rentabel – ein entscheidender Baustein für die Energiewende.

Gefördert wird MethA-Pur aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen im Programmgebiet Stärker entwickelte Region (SER), Förderperiode 2021–2027, auf Grundlage der Richtlinie zur Förderung im Rahmen des niedersächsischen Innovationsförderprogramms für Forschung und Entwicklung in Unternehmen.

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